Zentralbanker kritisieren die Zentralbank

Die gute Nachricht ist gleich eine doppelte: Erfahrene Technokraten der Zentralbanken schwenken öffentlich auf die Linie ein, die jahrelang die (österreichischen) Mahner vertreten haben. Die Welt berichtet:

"Erstmals kritisieren hochrangige frühere Notenbanker die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank ganz offen. Sie warnen vor Staatsfinanzierung, Zombiewirtschaft und Mandatsüberschreitung."

Zu den Unterzeichnern des Schreibens gehören die beiden ehemaligen deutschen Chefvolkswirte der EZB Ottmar Issing und Wolfgang Stark sowie der ehemalige Bundesbank-Präsident Helmut Schlesinger. Weitere Kritiker sind der frühere niederländische Notenbankchef Nout Wellink, der frühere österreichische Nationalbankchef Klaus Liebscher und der ehemalige französische Vizepräsident der Bank de France, Hervé Hannoun.


Spätestens seit der Finanzkrise kritisieren Liberale die Politik der Zentralbanken. Klarsichtige Kritiker wie Claus Vogt, Roland Baader und Thorsten Polleit haben bereits Jahre zuvor die Krise antizipiert. Zusammen mit Thorsten Polleit habe ich das Buch Geldreform geschrieben, das 2010 in 1. Auflage erschien. Unsere Einleitung beginnt mit dem Satz:

"Wohl nichts schadet der freien Markt- und Gesellschafts- ordnung und gefährdet die produktive und friedvolle Kooperation zwischen den Menschen national und international so sehr wie das staatlich beherrschte Kredit- und Geldsystem."

Zuvor habe ich in Die Pervertierung der Marktwirtschaft (2009) die Krisenmechanik aus österreichischer Sicht betrachtet. 2011 sind eine Reihe meiner Essays und Paper in Die Euro-Misere erschienen - zur Wirtschafts- und Geldpolitik, zu historischen Lehren und Reformen. Mit Wolfgang Stark konnte ich - neben Thorsten Polleit und Jörg Guido Hülsmann - bei der Mises-Konferenz diskutieren. Mit dem Nachfolger von Klaus Liebscher, Ewald Novotny, konnte ich auf dem Podium an einer engagierten Debatte bei Agenda Austria teilhaben. Viele andere Österreicher haben zwischenzeitlich weitaus bedeutendere Beiträge geleistet.


Warum erwähne ich das? Zunächst, weil mir die Erinnerungen durch den Kopf gingen. Dann, weil es nach all den Mahnungen, Widerreden, Widerständen und dem unaufhörlichen Bemänteln bemerkenswert ist, dass Technokraten schließlich einschwenken. Schließlich bewährt sich einmal mehr die liberale österreichische Erkenntnis, dass das ökonomische Gesetz nicht durch politische Macht ausgehebelt werden kann (Böhm-Bawerk).


All die Arbeit lohnt sich. Das ist erfreulich und betrüblich.



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