Vor 50 Jahren: Invasion in die Tschechoslowakei

Updated: Feb 9, 2019

Der Sozialismus ohne menschliches Antlitz

Quelle: Photo from "CIA Analysis of the Warsaw Pact Forces: The Importance of Clandestine Reporting"

Unter Führung der sowjetischen Armee fielen vor 50 Jahren, am 20. August um 22.00 Uhr, 200.000 Soldaten des Warschauer Pakts mit Panzern und Flugzeugen in die Tschechoslowakei ein. Die letzten Truppen zogen erst 1991 wieder ab.


Die Sowjetunion erstickte die Reformbemühungen von Politik und Wirtschaft, die von Alexander Dubcek, dem Generalsekretär der tschechoslowakischen Kommunisten, eingeleitet worden waren. Der Schöpfer der marktwirtschaftlichen Reformen war Ota Sik. Er strebte einen marktwirtschaftlichen Sozialismus als Dritten Weg an. In den 90er Jahren erklärte er, dass er Anhänger einer freien Marktwirtschaft sei und der Dritte Weg nur der Verschleierung gedient habe.


Die freiheitsliebenden Bürger der Tschechoslowakei wehrten sich mit Herz und Hirn. Ein reformorientierter Radiosender konnte tagelang unentdeckt weitersenden. Ein Schlager-Slogan war: „Geh nach Haus Iwan, die Natascha hat einen anderen.


Die gewaltsame Niederschlagung des Prager Frühlings mit rund 150 Toten im Sommer 1968 hatte langfristige Folgen. 150.000 Facharbeiter und Intellektuelle kehrten dem Land den Rücken. Das Aufbegehren gegen den inhumanen Sozialismus und für Freiheit währte letztlich bis 1989. Die Verhärtung der Sozialismus hinter dem Eisernen Vorhang trug zu dessen Implosion bei und stärkte möglicherweise ein Unabhängigkeitsstreben, das bis zur heutigen Skepsis gegenüber der EU reicht.


Ein hörenswerter Beitrag mit vielen zu Wort kommenden Zeitzeugen hat Peter Lange, Prager Korrespondent von InfoRadio, verfasst. Hören Sie rein.

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