Völkerwanderungen destabilisieren die Demokratie

Demokratie ist als Freiheitsstreben gegen die Fürstenherrschaft eine Errungenschaft der liberalen Epoche. Demokratie ist Selbstherrschaft.

Demokratie setzt ein erhebliches Maß an Homogenität einer Nation voraus, das bedeutet eine Bevölkerung, die die gleiche Sprache spricht.

„Das spezifisch ‚Nationale’ liegt in der Sprache.“

Es gibt keine tragfähigen gemischtsprachigen Nationen. Sonst unterdrückt die Mehrheit die Minderheit oder die Minderheit integriert sich nicht und Konflikte entstehen.

„Sobald man die Möglichkeit, ja die Notwendigkeit wirklich gegensätzlicher Interessen zugibt, hat auch das demokratische Prinzip seine Geltung als ‚gerechtes’ Prinzip verloren.“

Der liberale Nationalismus ist pazifistisch und weltbürgerlich. Nation und Staat fallen automatisch zusammen. Der militante Nationalismus ist etatistisch.


Völkerwanderungen sind ein Merkmal der Geschichte der Menschheit. Menschen wandern von weniger ergiebigen zu ergiebigeren Gebieten. Der Liberalismus begrüßt die Freizügigkeit über Grenzen hinaus und ist in diesem Sinne kosmopolitisch – das gilt auch für die Herrschaft des Rechts. Liberale setzen auf eine natürliche Assimilation, wissen aber um die Konfliktträchtigkeit:

„Die Wanderungen führen mithin Angehörige einiger Nationen in das Gebiet anderer Nationen. Daraus ergeben sich besonders qualifizierte Konflikte zwischen den Völkern.“

Indes führen Völkerwanderungen zu einem doppelt problematischen Tatbestand – durch den Etatismus:


1. Sobald die Zahl der Zugewanderten einer anderen Sprachgruppe eine gewisse Größe überschritten hat, steigt automatisch die Ablehnung der angestammten Nation, weil diese zu recht fürchtet, die Einwanderer würden sich nicht assimilieren.


2. Ursache für massive Konflikte bis hin zum Krieg ist die Existenz von sprachlichen Minderheiten, wenn diese sich nicht integrieren und in der angestammten Nation aufgehen oder durch Sezession eine eigene Nation bilden können oder aber ihren herrschaftlichen Status zu verlieren drohen wie im Fall der ostelbischen Junker und Deutschen im Habsburger Reich. Nationale Minderheiten sind unfrei; die Demokratie in gemischtsprachigen Gebieten ist Fremdherrschaft.

„Wer gezwungen ist, Gesetzen zu gehorchen, auf deren Entstehen er keinen Einfluß hat, wer es dulden muß, daß über ihm eine Regierung waltet, auf deren Bildung er nicht einwirken kann, ist im politischen Sinn unfrei, ist politisch rechtlos, mag er auch in seiner Privatsphäre geschützt sein.“

Diese und weitere Lehren hat Ludwig von Mises in seinem überaus einsichtsreichen Buch „Nation, Staat und Wirtschaft“ formuliert. Der Österreicher schöpft dabei aus ungemein reichen Erfahrungen, die er in der Habsburger Monarchie als galizischer Jude, k. u.k. Offizier und intellektueller Wiener gesammelt hat, ergänzt und eingebettet in tiefschürfende geschichtliche Erkenntnisse. Das weitgehend unbeachtet gebliebene Buch ist fast 100 Jahre nach seinem Erscheinen aktuell wie nie und wird nächstes Jahr vom Mises Institut in Auburn mit einer Konferenz gewürdigt.

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