Solo um die Welt: Selbstverwirklichung und behördliche Drangsalierung


Laura Dekker hatte einen Traum. Mit ihrer Weltumseglung „Solo um die Welt“ hat das sechszehnjährige Mädchen ihn verwirklicht. Ihr Alptraum waren die niederländischen Behörden, deren Bürokraten unaufhörlich daran arbeiteten, diesen Traum zu zerstören. Lauras größte Unterstützung war ihr Vater, darüber hinaus halfen ihr die Familie und viele Bekannte und Freunde, die sie auf ihrer einjährigen Weltreise kennenlernte.


„Ein Mädchen, ein Traum“ ist ein erweitertes Reisetagebuch, dass ähnlich wie das australische Pendant „Lionheart“ des jugendlichen Seglers Jesse Martin von Selbsterfahrung, Selbstbehauptung und persönlicher Verantwortung zeugt. Laura Dekker war indes noch jünger. Die erst 14jährige neuseeländisch-niederländische Seglerin besaß die Voraussetzungen, um allein die Welt zu umsegeln: den unbedingten Willen, das seglerische Können und nicht zuletzt die Hilfe des Vaters, der bei technischen Schwierigkeiten schon einmal um die halbe Welt flog.


Nach 27.000 Seemeilen binnen einem Jahr hatte Laura Dekker als jüngster Mensch mit nur 16 Jahren die Welt umsegelt, dabei den Pazifik von Panama über Bora Bora bis zur Torres-Straße durchquert und binnen 47 Tagen am Stück die unendlichen Weiten des Stillen Ozeans zwischen Darwin und Durban genossen. Sie schaffte es das Sturm umtoste Kap der Guten Hoffnung zu umsegeln und erreichte, 41 Tage nachdem sie Kapstadt verlassen hatte, ihren Start- und Zielhafen Sint Marteen in der Karibik am 21. Januar 2012.


Anders als Jesse Martin legte sie vielfach an, reparierte und überholte ihr Boot, lernte Land und Leute kennen und lernte zumindest während der ersten Reisehälfte an Bord für die Schule und schrieb eine wöchentliche Kolumne für das Rotterdammer Algemeen Dagblad.


Die niederländischen Bürokraten hörten während der Reisevorbereitungen ihr Telefon ab und hackten ihren Computer, zwangen sie sechs Mal vor Gericht, trennten sie von ihrem Vater, gaben ihr einen (segel)unfähigen männlichen Aufpasser, scheuten keine Kosten und Mühen, um sie nach dem Auslaufen noch in Portugal an ihrer Weiterreise zu hindern, streuten gezielt Falschinformationen und machten niederländische Medien zu ihren Komplizen bei der Verleumdung des Mädchens und ihrer Familie. Unfähig zur Differenzierung, getrieben von Macht – Staatsvertreter meinen nur als Sieger vom Platz gehen zu können – versuchten sie gar, die Jugendliche in eine geschlossenen Anstalt zu sperren:

„Die Behörden misshandelten mich sowohl geistig wie körperlich und haben in der Öffentlichkeit deutlich gemacht, dass sie mich in eine Einrichtung sperren wollten!“

schrieb Laura Dekker. All das geschah als sie 13 und 14 Jahre jung war. Eine öffentliche Diskussion rankte sich um die Frage, inwieweit Bürokraten riskantes Verhalten von Jugendlichen, das von ihren Eltern unterstützt wird, verhindern müssen oder dürfen.


Auf See kam sie zur Ruhe, fühlt sie sich frei und gut. Laura Dekker charakterisiert die Niederlande wiederholt als korrupt und lehnte eine Rückkehr ab. Ihre Wahlheimat ist ihr Geburtsland: Neuseeland. Von dort aus engagiert sie sich für Jugendliche, die auf Segelreisen das Beste aus sich selbst machen möchten. Auf die Frage, ob sie ihrem eigenen Kind eine Weltumsegelung erlauben würde antwortete sie:

„Wenn ich glaube, dass es gut genug auf das Leben vorbereitet ist, werde ich nicht im Weg stehen.“
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