Leidenschaftlich liberal


144 Glossen für eine freie und vitale Gesellschaft hat der schweizer Publizist und frühere Sekretär des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes Beat Kappeler zwischen zwei Buchdeckel pressen lassen. Sie sind ein Fundgrube voll mit Anregungen für nahezu alle Themen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft – von der Bildung bis zum Umweltschutz, von Einsichten in Betrüger und Schneeballsysteme bis zu Gedanken über altrömische Tugenden eines Diktators auf Zeit. Vielfach enden sie mit einem Augenzwinkern.


Wer möchte, kann die jeweilige Idee, die bewusst komprimiert auf einer guten Druckseite nachzulesen ist, weiter denken. Im Einzelnen wie in der Summe sei die liberale, gelassene Alternative als Umkehr für zahlreiche Irrwege empfohlen. Die Welt wäre eine bessere. Seit 2014 haben sich die (politisch) selbst gemachten Probleme noch drastisch verschärft. Man kann das Buch daher auch als Rückblick eines Vorausschauenden lesen.

Nachtrag: ein paar Auszüge, die mir gefallen haben =>


Im Haupttext lautet das erste Wort: Freiheit. Die erste Überschrift beginnt mit „unintended consequences“. Das ist die Formel, die politisches Handeln in den Wirkungen stets treffend beschreibt.


Die Folgen der verbotenen freien Schulwahl, lieber wäre mir noch ein freies Bildungswesen, beschreibt eine Tragödie, die mit zwei Worten endet: „Eine Idylle?“.


Zur Regulierung schreibt Beat Kappeler:

„Die Politiker allerdings weisen immer auf anderswo bestehende Regeln hin. ‚Lücken schliessen’, ‚harmonisieren’, ‚Umgehung verhindern’ sind die Ketten, die sie anbieten."

Hochaktuell ist der erste Absatz zur chinesischen Gefahr:

„Das ist die ‚wirkliche Gefahr’: Chinas Regime fordert die westlichen parlamentarischen demokratien heraus, Und zwar angesichts der Misswirtschaft des Westens, seiner Reformunfähigkeit seiner ‚collective action’ ruinöser Kuhändel in den Parlamenten einerseits und durch die Partei als Chinas oberster Instanz andererseits.“

Zum Niedergang des Westens: Nach dem Fall Roms blieb barbarisch Substenzwirtschaft. Die erste kapitalistische Revolution im Spätmittelalter wurde durch kriegerische Staatsbildung sabotiert. Nun drohten „ausweglose Schuldenwirtschaft“ und „kopflose Regulierungen gegen Gewinn und Arbeit“ einen dritten Niedergang hervorzurufen: „Shit happens!“ schreibt Beat Kappeler und weitr: „Geschichte kann auch rückwärtslaufen.“


Bevor dies eine chronologische Kurzfassung wird, nur noch eine Lieblingsstelle:

„Alle diese Arbeitsmarktregeln sind direkt unsozial, sie wirken gegen die Interessen der Arbeitenden. Und die Politiker haben keine Ahnung von den Anreizen und Abreizen, gemäss denen ein Unternehmer Arbeitsplätze schafft, die sie von ihm als selbstverständlich verlangen.“
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