Konflikt als liberale Lösung

Menschen scheuen regelmäßig Konflikte und Menschen befinden sich zugleich permanent in Konflikten. Außerdem lassen sich Menschen unaufhörlich durch Konflikte unterhalten und über Konflikte berichten. Zu den Dauerbrennern gehören soziale Konflikte und der Nahostkonflikt, Konflikte auf der Arbeit und in der Familie.


Quelle: Pixabay, johnhain

Konflikte werden geschürt und inszeniert, nicht nur im Theater, im Kino und in der Literatur, sondern auch medial und politisch, zum Beispiel zwischen jung und alt, arm und reich, Linken und Rechten, In- und Ausländern.


Mit dem sozialliberalen Ralf Dahrendorf beruhen soziale Konflikte auf ausgeübter Macht und Herrschaft, steckt in Konflikten eine schöpferische Kraft für den Wandel von Institutionen, Gruppen und Gesellschaften Der geregelte Konflikt ist für den Soziologen ein Pfeiler der bürgerlichen Gesellschaft. (Diese Perspektive lässt sich eher dem progressiven als dem liberalen, geschweige denn dem konservativen politischen Lager zuordnen).


Mit dem konsequent liberalen Reinhard Sprenger sind Konflikte der Normalzustand und unlösbar, aber handhabbar. Außerdem sind alle Konflikte Beziehungskonflikte und keine Sachkonflikte, letztere wären bei einem gemeinsamen Willen lösbar. Der Philosoph empfiehlt die Lösung des Konflikts gegen den Konflikt als Lösung zu tauschen („Magie des Konflikts“). Konflikte beleben, schaffen Neues und Erfolge. Die Lösungsalternative zum Konflikt als Lösung ist das Lösen vom Konflikt, d.h. getrennte Wege gehen, wenn wiederholtes Brückenbauen unproduktiv bleibt.


Eine dritte Perspektive ist diese: Menschen fühlen sich in ihrer Komfortzone wohl. Allerdings ist diese Zone durch Routinen und einen weitgehend statischen Zustand gekennzeichnet. Lernen und Veränderung finden in der Stretchzone statt. Hier existieren Konflikte.


Wer ein Entfalten der Kräfte, Leistung, Neues, Versuchen und Wagen befürwortet, der sollte Konflikte als Lösung ansehen statt als Problem. Das gilt entsprechend auch für alle, die politisch verordnete Alternativlosigkeit und verbotenen Alternativen für inakzeptabel und irreal halten.


Dieses fundamental andere Konflikt-Verständnis - mindestens im Vergleich zum herrschenden Bild des Konflikts als unharmonisch, destruktiv und unerwünscht - bietet zugleich eine liberale Lösung für die immer stärker festgefahrene deutsche Gesellschaft, Politik inklusive.


Deutschland sollte wie Europa insgesamt aus der Staatskomfortzone heraus bewegt werden. Dafür ist eines unerlässlich: Freiheit.

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