Finanzielle Soziale Ungerechtigkeit

Über Soziale Ungerechtigkeit wird viel geklagt. Was der diffuse Begriff genau bezeichnen soll, bleibt unklar. Der Tenor lautet überwiegend, dass Wohlstand ungleich verteilt ist, genauso wie die Chancen ein gleich erfolgreiches, gleich glückliches, gleich wohlhabendes Leben zu führen.


Liberale können dem Begriff, dem beliebig füllbaren „Wieselwort“ im Sinne Hayeks, nichts abgewinnen. Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit beziehen sich auf das Recht und dessen Durchsetzung. Handeln im Einklang mit dem Recht ist gerecht. Recht ist per se sozial, nie asozial. Offensichtlich gibt es Unrecht. Recht wird durch das Hinzufügen des Adjektivs sozial indes lediglich deformiert.

Gleichwohl lohnt es sich, einen Gedanken zu verfolgen, der sich mit sozialer Ungerechtigkeit verbinden lässt. Er entspringt dem Gefühl, Eliten würden sich unverhältnismäßig und auf moralisch sowie möglicherweise rechtlich unzulässige Weise bereichern. Das vielfältige, unübersichtliche Feld wird u.a. unter dem Schlagwort Bad Governance, also schlechter Regierungsführung, behandelt. Dazu gehören diverse Formen der Privilegierung, der Korruption und des Nepotismus, des Aneignens von Ressourcen und von Produktivitätsgewinnen durch die Staatsführung, die Staatsbürokratie eingeschlossen. Ein beredtes Beispiel sind die arabischen Regime, gegen die sich die Öffentlichkeit im Zuge des Arabischen Frühlings auflehnte.

Mit Blick auf den Westen lohn sich eine andere Form von Macht-Missbrauch in den Vordergrund zu rücken. Die Rede ist von der finanziellen Sphäre. Ein Schlagwort lautet „Finanzielle Repression“.


Zur Finanziellen Sozialen Ungerechtigkeit (FiSU) gehören u.a. folgende Aspekte:

  • Seit der unnatürlichen Triple-N-Politik (Niedrig-, Null- und Negativzinspolitik) ist ein erheblicher Teil des Sparens obsolet geworden, nämlich die Verzinsung nicht konsumierten Kapitals. Eine ganze Generation wächst auf, ohne echtes Sparen kennenzulernen. Zugleich steigen die Anreize, Schulden zu machen.

  • Damit fällt der klassische Weg des (bescheidenen) Wohlstandsaufbaus weg. Gerade die Menschen und Schichten mit geringem Vermögen können sich einen sozialen Aufstieg schwerer erarbeiten und ersparen und das Erreichte Niveau schwerlich halten.

  • Hinzu kommt, dass die inflationsbedingte Teuerung die unteren Einkommens- und Vermögensschichten besonders trifft. Das gilt sowohl für Konsumgüter als auch für Vermögensgüter, etwa als steigende Mieten.

  • Von den Nicht-Zinsen profitieren die Staatsführungen - die entgangenen „Gewinne“ der Bürger korrespondieren mit den größeren Ausgabenspielräumen der staatlichen Eliten.

  • Vom Anstieg der Vermögenspreise profitieren die Vermögenden.

  • Die vielfach unproduktive Finanzialisierung verschiebt Bedeutung und Einfluss weg von der Realwirtschaft hin zur Finanzwirtschaft.

Die neue Umverteilung erfolgt schleichend, anders als bei der Hyperinflation 1923 und bis zur Währungsreform 1948.


Die Distanz zwischen sogenannten Eliten und der Bevölkerung wächst.


Das ist kein dauerhaft tragfähiger Zustand. Reformen, die eine echte Marktwirtschaft wieder herstellen sind das Gebot des Jahrzehnts - jeder Schritt zählt.


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