Entwarnung für die Malediven: Touristen-Paradies bleibt, Meeresspiegel steigt nicht genug

Aktualisiert: März 10

Die Malediven gelten als Paradebeispiel für die schädlichen Folgen des Klimawandels.

Quelle: Pixabay

Im Indischen Ozean scheinen die berühmtem letzten beiden Zeilen aus der Ballade „Der Fischer“ zuzutreffen, frei nach Goethe: Halb zogen sie sie, halb versanken sie.

Für die Malediven hat, wenn man den Warnungen von Umweltaktivisten Glauben schenkt, das letzte Stündlein geschlagen. Ein weltweit steigender Meeresspiegel wird die an der höchsten Stelle nur 2,40 Meter flache Insel- und Atollgruppe versinken lassen. Wirklich?


Die weithin bekannte Vorhersehung geht vermutlich auf eine australische Zeitung zurück, die im Jahr 1988 das Versinken der 1.196 Inseln mit ihren 200.000 Einwohnern prognostiziert (The Canberra Times, September 26, 1988). Im gleichen Jahr warnte der NASA-Forscher James Hansen vor einem Meeresspiegelanstieg um 3 Meter. Anfang 2011 verschärfte er seine Prognose auf 5 Meter bis zum Jahr 2100. Der sogenannte Umweltschützer Al Gore sagte 2006 voraus, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit in 5 bis 7 Jahren während der Sommermonate der Arktis eisfrei sein werde. Allerdings erhöht schmelzendes Meereis nicht den Meeresspiegel und bis ein Atom-U-Boot der US-Marine wieder am eisfreien Nordpol auftauchen kann, wie 1959, dauert es wohl noch etwas.


Nun fördert eine einfache Recherche ein differenzierteres Bild zutage:

  • Laut Sonderbericht „The Ocean and Cryosphere in a Changing Climate“ des IPCC beträgt der Meeresspiegelanstieg zwischen 1902–2015 ca. 16 cm, zwischen 2006 und 2015 ca. 3,6 mm pro Jahr. In der Zeit zwischen dem Jahr 2081 und dem Jahr 2100 soll, je nach Szenario, der Meeresspiegel um 43 oder 83 cm ansteigen.

  • Die neun wichtigsten globalen Pegelmessstationen mit den längsten lückenlosen Datenreihen (Auckland, Triest, Newlyn, Cascais, Honolulu, Balboa, San Diego, Key West, und New York) haben im Zeitraum seit 1900 einen durchschnittlichen Anstieg des Meeresspiegels von 2 mm pro Jahr festgestellt.

  • Der Seite „Climate Hot Map. Global Warming Effects Around the World“ zufolge, hat der Meeresspiegelanstieg für die Malediven seit den 1950er Jahren 0,8 bis 1,6 mm pro Jahr betragen.

Nun ist der Meeresspiegel eine Durchschnittsgröße. Auch das IPCC geht von regionalen Schwankungen von rund 30% aus. Aufgrund der gewölbten Oberfläche der Ozeane sollen anderen Angaben zufolge viele Meter Differenz zwischen der höchsten und tiefsten Stelle liegen.


Es ist also nicht ganz so simpel mit dem Versinken der Malediven.

Quelle: Pixabay

Und nun kommt noch etwas Kontraintuitives: Der Meeresspiegel steigt und die Landmasse nimmt zu.


Als Beispiel und Beleg können die Tuvalu-Inseln gelten. So hat die Vermessung der Küstenlinien sämtlicher 101 Inseln anhand von Satellitenbildern in den letzten Jahren ergeben, dass die Landfläche um knapp 3 % gewachsen ist, während der regionale Meeresspiegelanstieg sogar 4 mm pro Jahr betragen hat.


Auf den Malediven kommt die Geophysikern Holly East mit ihren Kollegen in einem Forschungsprojekt zu einem ähnlichen Schluss. So sind die untersuchten Riffe vor mehren tausend Jahren entstanden als der Meeresspiegel noch 0,5 m höher lag als heute. Ein steigender Meeresspiegel und stärkere Wellen würden demnach mehr Riffe höher wachsen lassen und die Resilienz der Malediven erhöhen. Außerdem würde die Studie andere Forschungen ergänzen, die gemeinsam aufzeigen, dass Inseln dynamische Landformen seien, die sich bewegen und anpassen können als Antwort auf einen Wandel der Umwelt.


Was tut die Staatsführung der Malediven?


Staatspräsident Abdulla Yameen setzt mit seiner Regierung voll auf Wachstum, Jobs und Infrastruktur für die knapp 400.000 Menschen der Inselrepublik, statt auf Klimawandelprobleme. So wird gerade eine neue Stadt aus dem Meer gehoben: Hulhulmalé. The City of Hope. Dort sollen rund 130.000 Menschen Platz finden. Zugleich soll der Tourismus intensiviert werden. 2019 kamen bereits über 1,9 Mio. Touristen, rund 2,5 Mio. sind das Ziel.

Quelle: Pixabay

Ein gravierendes Problem als der nicht absehbare Untergang der Inseln scheint deren Wasserversorgung zu sein. Allerdings ist auch hier Alarmismus unangebracht. Bereits für 1992 wurde ein Austrocknen der Wasserversorgung für die damals 200.000 Bewohner prognostiziert (von der Daily Caller News Foundation). Heute leben mehr als doppelt so viele Menschen auf den Malediven, genauer auf 186 der 1.192 Inseln und die Hälfte von ihnen in der Hauptstadt Malé. Starker Regen und eine Versalzung der Wasserlinsen scheinen gravierende Probleme zu sein.


Auch hier wird der Mensch mit seinen Fähigkeiten zur Anpassung und Lösung von Problemen nicht zuletzt mit moderner Technik gute Lebensbedingungen sichern.

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