Die Politik, nicht der Klimawandel, ist das Problem

Die Bekämpfung (sic!) des Klimawandels ist in aller Munde. Die von den Politikern in Deutschland, in der EU und anderen Teilen der Welt ausgerufene Lösung lautet: Reduktion des Ausstoßes von CO2.


Statt über die Bedeutung von Kohlenstoffdioxid für die Natur und das Klima zu diskutieren, was ohnehin schwer genug ist, weil durch den Vorwurf des „Klimaleugners“ die Diskussionsbereitschaft der Weltuntergangspropheten gegen Null sinkt, lohnt sich ein Perspektivwechsel. Vorab: Es gibt jede Menge gute Nachrichten.


Jede Politik birgt Kosten und soll einen Nutzen haben. Betrachten wir die Klimapolitik also mit der ökonomischen Brille und auf empirischer Grundlage. Die Daten stammen mit Masse aus dem UN Climate Panel. Ökonomen aus der ganzen Welt, die sich unter dem Dach des Copenhagen Consensus Center zusammengefunden haben, sind zu folgenden Ergebnissen gekommen wie ihr Leiter, Bjorn Lomborg, berichtet:


1. Die Kosten von Global Warming würden bis 2070 zwischen 0,2 und 2 Prozent des globalen BIP betragen. Das entspreche einer Rezession in den nächsten 50 Jahren.


2. Die Kosten, um Global Warming global zu begegnen, würden auf 10 bis 100 Billionen US-Dollar geschätzt. (Anm.: Das globale BIP betrug 2018 rund 80 Billionen US-Dollar.)


Zwischenbemerkung: Wahrscheinlich sind die Kosten der Bekämpfung von Global Warming größer als die Schäden.


3. Jedwede Klimapolitik werde nur einen minimalen Einfluss auf das Weltklima haben, aber die Kosten fielen je nach Maßnahme unterschiedlich aus. Den stärksten Einfluss hätte Geoengineering als Verschattung der Erde – ähnlich dem Ausbruch des Vulkans Pinatubo auf den Philippinen 1991, der für drei Jahre die Temperatur um weniger als ein halbes Grad Celsius abgesenkt habe. Die CO2-Reduktion sei eine besonders teuere Politik (150 Milliarden US-Dollar weltweit vor allem für Subventionen, 20% des EU-Budgets), die nur eine sehr geringe Wirkung haben könne und derzeit wirkungslos sei.


4. Die globalen Kosten durch Wetter bedingte Umweltkatastrophen seien in den letzten 30 Jahren von 1990 0,3% auf heute 0,25% zurückgegangen. Die Zahl der Toten durch Wetter bedingte Ereignisse, darunter Stürme, Fluten, Dürren, seien von 500.000 Toten pro Jahr in den 1920er Jahren auf nur noch 20.000 pro Jahr heute gesunken.



Zwischenbemerkung: Der Grund für die geradezu grandiose Entwicklung ist wachsender Wohlstand weltweit. Noch einmal: Heute stirbt nur noch 1/25 der Menschen durch Umwelt bedingte Katastrophen im Vergleich zur Zeit vor 100 Jahren. Mehr Wohlstand bedeutet besserer Schutz gegen das Wetter.


5. Alternativen zur CO2-Politik seien attraktiv:


- Eine erfolgreiche Welthandelsrunde in Doha würde 170 Millionen Menschen aus der Armut befreien und koste praktisch nichts. Lediglich 1 US-Dollar erbringe im Freihandel einen sozialen Nutzen von 2.000 US-Dollar.


- Die Bekämpfung der Tuberkulose erbringe pro 1 US-Dollar einen sozialen Nutzen von etwa 45 US-Dollar, beim Impfen liege das Verhältnis bei 1 zu 60. Die Versorgung der Frauen in Entwicklungsländern mit der Pille erbringe pro 1 US-Dollar einen sozialen Nutzen von 120 US-Dollar, außerdem würden 150.000 Frauen weniger sterben und 600.000 Kinder würden überleben.


Fazit: Bjorn Lomborg urteilt auf der Grundlage der Daten, dass Klimawandel eine Herausforderung darstelle, aber weder das Ende der Welt bedeute noch eine besonders schwere Herausforderung darstelle. Eine sinnvolle Politik würde nicht beim Klima, sondern bei den Folgen ansetzen. Wirksamer als die Politik wären indes Produkte, die die Menschen sich wünschen würden, weil sie beispielsweise Energie preiswerter machen. Daher sei das Geld besser in der Grundlagenorschung als in der CO2-Politik angelegt.


Im Grunde zeigt sich auch in der Umweltpolitik das zeitlose Muster, leider. Vereinfacht: Die Politik ist das Problem, die Menschen auf Märkten sind die Lösung. Politik folgt Interessen. Die spontane Ordnung versucht Probleme zu meistern. Die derzeitige Politik ist praktisch Geldverschwendung.

Die Politik könnte indes klug handeln, wenn sie das Geld der Grundlagenforschung zukommen ließe, weil bei Unternehmen im Hinblick auf Umweltfragen und die Entwicklung neuer Energien der Rentabilitätszeitraum zu kurz und das Risiko zu hoch sein dürfte.


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Zusatz: En passant lassen sich einige verbreitete Irrtümer korrigieren:


a) Der Anstieg des Meeresspiegels werde bis 2099 ca. 1 Meter betragen. Dem zu begegnen sei sehr preiswert wie Holland vorgemacht habe. Im übrigen sei in den vergangenen 100 Jahren der Meeresspiegel bereits um 30 cm gestiegen.


b) Die Zahl der Eisbären sei kräftig gewachsen, von 5-10.000 in den 1960er Jahren auf heute rund 25.000. Dabei würden 300 bis 800 Eisbären pro Jahr geschossen.


c) Eine Zunahme von Dürren sei UN-Angaben zufolge unwahrscheinlich, in den USA seien sie kürzer, weniger häufig und kleinräumiger geworden.


d) Ob es mehr oder weniger Fluten gebe, sei unbekannt. Niemand wisse das. Die Kosten in den USA seien drastisch gesunken von 2 Prozent des BIP um 1900 auf heute 0,2 Prozent.


e) Die Zahl der Hurrikane habe abgenommen. Die USA würden von weniger Hurrikanen getroffen als früher. Dem stehe der CNN-Effekt gegenüber: Man nehme lediglich mehr wahr.


Die Welt wird immer besser.

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