Besser Leben – ökonomisch denken!

Ein Blick in die üblichen Medien löst bei mir Stirnrunzeln aus, dann wende ich mich ab. Das war nicht immer so. Angefangen hat es vor einigen wenige Jahren. Stärker geworden ist es innerhalb des letzten Jahres. Dabei macht es kaum einen Unterschied, wo ich deutschsprachige Nachrichten online lese. Ob n-tv, FAZ, Welt, sehr selten Spiegel, in Papierform bis vor einigen Monaten noch zuweilen Berliner Zeitung oder Tagesspiegel. Überall schwappt die ideologische Suppe unappetitlich aus den Überschriften und Beiträgen. Beim Sport kann man noch einfach zwischen guten und schlechten Beiträgen unterscheiden.


Die NZZ ist heute bekanntlich das letzte Fenster zum Westen mit regelmäßig, aber nicht durchgängig gutem Journalismus. Bild und Postillon ziehe ich zunehmend den vermeintlich seriösen Nachrichtenportalen vor.


Es geht mir nicht darum alles schlecht zu reden, aber das Absurde scheint die Oberhand gewonnen zu haben: Wann wird endlich berichtet, dass die Klimaerwärmung rechtsextrem ist? Statt Europa sollte es kürzer und treffender EU heißen, die ist ohnehin besser. - Schon mal deren Propagandaforum in Brüssel besucht? - Und können wir bitte in der deutschen Sprache jedes Geschlecht durch Sternchen, Hashtags oder Tilden ersetzen.


Roland Baader prognostizierte, dass das Höchstmaß an sozialer Gerechtigkeit erreicht sein werde, sobald wir alle als Penner durch die Straßen irren. Der wortgewaltige Verteidiger wählte die Angriffsstrategie, um die freie Gesellschaft zu verteidigen. Die Diskreditierung der falschen, schädlichen, kontraproduktiven, aber auch verlogenen Ideen ist eine wichtige Aufgabe.


Donald Boudreaux tut das im Café Hayek jeden Tag auf bewundernswerte Weise. Ich kenne niemanden, der mehr Protektionismus-Irrtümer entlarvt hat. Zugleich ist er einer der engagiertesten Verfechter des Freihandels.

Das ist die zweite Strategie. Die positive Alternative aufzeigen. Reformen fordern und geeignete Vorschläge machen. Die Reformdebatte ist in Deutschland leider durch die alltägliche Ablenkung und Indoktrination vollkommen unter die Räder gekommen. Erst soll der Planet abgekühlt werden.


Vielleicht hat diese Entwicklung auch etwas Gutes, denn es gibt inzwischen zu viel zu reformieren. Eine Umfrage unter Ökonomen in den USA kam schon vor zehn Jahren zu dem Ergebnis, dass es kaum Gesetze gibt, die einen positiven Nutzen für die Gesellschaft stiften.


Was tun? Hoffen:

„Am Anfang war das Wort und nicht das Geschwätz, und am Ende wird nicht die Propaganda sein, sondern wieder das Wort.“

bemerkte Gottfried Benn.


Zudem lohnt es sich, weniger ausschließlich politisch zu denken, weil Politik in der heute praktizierten, zumal medialen Art und Weise, überwiegend spaltet und ein Nullsummenspiel ist. Ökonomisches Denken mehrt hingegen den persönlichen Nutzen und den der Mitmenschen.

Eine der besten Einführungen stammt aus den USA. The Economic Way of Thinking von Paul Heyne (gestorben 2000), Peter Boettke und David Prychitko liegt inzwischen in der 13. Auflage vor. Wer die Kosten scheut und vielleicht auch die Lesezeit, der kann von einigen wenigen Empfehlungen profitieren, die sich dem ersten Kapitel entnehmen lassen:


  • Es lohnt sich, zunächst die Ordnung zu erkennen, bevor man leichthin über ein Teilproblem spricht. Die erweiterte Perspektive verändert den Blick. Der morgendliche Stau ist nicht nur ein Ärgernis, sondern auch ein Zeichen für massenhafte Aktivität und einen sanft koordinierten Flow statt einer totalen Blechkarambolage.

  • Alle sozialen Phänomene sind das Resultat individuellen Handelns. Jeder Mensch handelt in der Erwartung persönlicher Vorteile unter Berücksichtigung von Kosten. Keiner ist darin perfekt. Ökonomisches Denken konzentriert sich auf Handlungen, soziale Interaktion und deren Folgen. Dazu gehören Kosten, auch Opportunitätskosten, und vor allem die bestmögliche Verwendung von Ressourcen nach Maßgabe des Nutzers.

  • Die unbeabsichtigten Folgen von Ideen, die durch Handeln in die Realität umgesetzt werden, sind ein fester Bestandteil ökonomischen Denkens. Ein guter Ökonom schaut nicht nur auf die beabsichtigten kurzfristigen Effekte, sondern vielmehr auf unbeabsichtigte, langfristige Konsequenzen.

  • Soziale Kooperation erfolgt über gegenseitige Anpassung, nicht durch den Willen oder Befehl von Eliten, Bürokraten oder Politikern. Dazu gilt es die Preissignale zu beachten und die Eigentumsrechte zu achten. Ohne diese beiden Spielregeln – Preise sagen uns, was wir zu tun haben + konsequentes Achten von Eigentum verbindet Handeln und Haften – sind Defekte vorprogrammiert und politische Taschenspielertricks an der Tagesordnung.

Ökonomisches Denken lenkt die Aufmerksamkeit auf reale Ursache-Wirkungszusammenhänge, ideologische Absurditäten werden gegrounded. Letztere findet, wer möchte, alltäglich online.

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